Mit MOLLIS und NÄFELS hat der Textildesigner Christoph Hefti eine exklusive Möbelstoffkollektion für Atelier Pfister entworfen, die für alle gepolsterten Atelier Pfister Möbel eingesetzt werden kann. Wir haben mit dem Designer über seinen Weg zum Möbelstoffdesign und die Zusammenarbeit mit Atelier Pfister gesprochen…

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Weshalb der Seitenwechsel von Mode zu Möbeln?

Für mich ist es fantastisch, etwas zu entwerfen, was länger als drei Monate bestand haben muss. Es hat mir gut getan, ganz neu an etwas heranzugehen, die Komfortzone der Mode zu verlassen und mich mit einer völlig neuen Materie zu befassen. Die Welt der Teppiche hat mich schlussendlich so fasziniert, dass ich ganz in ihr Fuss fassen möchte. Deshalb plane ich meine erste eigene Teppichkollektion, welche ich ”Christoph Hefti Rugs“, Made in Nepal nennen werde.

Wo holen Sie sich Ihre Inspiration für neue Ideen?

Ein unbestimmtes Grundgefühl ist einfach vorhanden, es schwirrt einem im Kopf, abstrakte Visionen wie etwas aussehen müsste, man geht dem Gefühl nach, und gleichzeitig beschäftige ich mich mit Themen, die um mich herum sind. Ein Buch, eine Ausstellung, Musik, Reisen, Abfallprodukte, was auch immer… Irgendwann treffen sich die zwei Welten. Man kann‘s nur gering steuern, aber braucht Zeit und Vertrauen. Ideen kommen durch Intensität, man muss so lange dran bleiben, bis sie zu einem kommen.

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Wie entsteht gutes Design?

Design ist ein physikalischer Prozess. Ich glaube an direkte Kontakte; man merkt es einem Produkt an, wenn es mit Hingabe und Engagement und ganz viel Verständnis für Handarbeit und für die Menschen, die in den ganzen Prozess einbezogen sind, hergestellt wurde. Für mich als Designer ist es nicht genug, nur zu zeichnen, die Entwürfe zu verschicken und auf das Produkt zu warten. Ich möchte nah am Handwerk sein. Das habe ich auch bei meinen Atelier Pfister Textilien getan: Ich ging direkt dorthin, wo sie entstehen und habe Fäden und Farben mit ausgewählt. Als Designer muss man jede Form von Grenzen verlegen.

Was zeichnet die Möbelstoffe MOLLIS und NÄFELS aus?

MOLLIS ist eher grob, NÄFELS feiner gewoben. Beide Stoffe sind aus synthetischen Fasern. Sie sind in den Farben Gelb, Grün, Rot und Schwarz sowie in zwei Grautönen erhältlich. Bei beiden Stoffen habe ich Farben und Strukturen spielen lassen. Jede Struktur erzeugt einen eigenen Farbeffekt. Auf der Millimeterskala sieht man die verschiedenen Farbfäden, die ineinander gewoben wurden. Auf der grossen Skala ergibt sich eine einheitliche Farbgebung mit viel Intensität. Alle Atelier Pfister Stühle, Sessel und Sofas können mit den Möbelstoffen bezogen werden.

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Welche Gestaltungsmöglichkeiten bieten sich mit MOLLIS und NÄFELS beim Sofa RIOM an?

Beim Sofa RIOM können die Bezüge für Rückenlehnen, Sitzpolster und Kissen frei kombiniert werden. Das Resultat sind ungeahnte Farbgebungen und -effekte. So lassen sich die verschiedenen Teile des Sofas kombinieren, ohne dass es an Harmonie verliert.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Atelier Pfister?

Alfredo Häberli, Kurator bei Atelier Pfister, hat zur gleichen Zeit wie ich an der Kunstgewerbeschule in Zürich studiert.Wir sind uns, wie es so ist in der kreativen Szene, immer wieder über den Weg gelaufen. Eben, ich entwickelte Interesse für Interior Design, strahlte bewusst oder unbewusst Signale aus. Voila, Alfredo hat mich dann aufgespürt!

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Christoph Hefti an der Atelier Pfister-Preview im G27

Was reizte Sie an dieser Zusammenarbeit besonders?

Es ist eine eher kleine Kollektion, jedoch mit einer starken Ausstrahlung. Das gefällt mir. Da Textilien eher ein ”verbindendes“ Material ist, also etwas was sich in verschiedensten Formen durch die ganze Kollektion zieht, kann ich direkt Einfluss nehmen aufs Ganze. Es ist ein dauerndes Abwiegen, man ist konstant im Dialog mit Alfredo Häberli, aber auch mit Niels Blaettler, der die Produkte entwickelt. Ich spüre weniger die Hierarchie, sondern mehr den Austausch.

Wie sieht Ihre Zukunft mit Atelier Pfister aus?

Meine Möbelstoffe würde ich sehr gerne erweitern, ihnen mehr Tiefe verleihen. Dazu bin ich auf der Suche nach passenden Techniken. Die Kontinuität kann sehr kreativ sein. Nach den ersten eher geometrischen und flächigen Designs möchte man natürlich auch noch das Gegenteil einbringen, jedoch ohne das ”Alte“ zu verdrängen. Wie man merkt, liebe ich Farben, Ja, unbedingt daran weiterarbeiten.